Wichtige Fakten zur richtigen Heumenge

Die gängige Faustformel "1,5 kg Heu pro 100 kg Körpermasse" ist fehlerhaft interpretiert worden. Frühere Futterliteratur aus dem 18. bis frühen 19. Jahrhundert wies auf eine geringe Heuzufuhr hin. Zu dieser Zeit gab es keine maschinelle Unterstützung, und die mühsame Handarbeit war anstrengend und erforderte viel Personal. Um die damals hart arbeitenden Pferde am Leben zu erhalten, erhielten sie eine Mindestmenge Heu. Heu hatte damals einen anderen Stellenwert als heute.

 

Im Laufe der Zeit ging ein wichtiger Zusatz verloren. Ursprünglich lautete die Faustformel wie folgt: "1,5 kg Heu pro 100 kg Körpermasse ZUSÄTZLICH zu fressbarer Einstreu". Die Menge von 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpermasse ist das absolute Minimum, das Pferde zum Überleben brauchen, jedoch nicht ausreichend, um gesund zu bleiben.

 

Die Appetitgrenze jedes Pferdes variiert und hängt stark von verschiedenen Faktoren ab, die die individuellen Unterschiede zwischen den Pferden widerspiegeln. Diese Faktoren umfassen Rasse und Exterieur.

 

Es wird oft angenommen, dass alle Pferde gleich sind und ihr Nährstoffbedarf anhand von Gewicht und Größe abgeschätzt werden kann. Dies berücksichtigt jedoch nicht immer die individuellen Bedürfnisse. Wenn alle Pferde gleich gefüttert werden, werden einige zu dick und andere zu dünn, da der Sättigungsgrad bei Pferden unterschiedlich ist. Die Messung anhand der Kauschläge wurde mittlerweile durch verschiedene Erkenntnisse widerlegt.

 

Wichtig ist, dass Pferde keinen unbegrenzten Zugang zu Heu benötigen, jedoch Zugang zu Raufutter haben sollten, zu dem neben Heu auch Stroh und Holz gehören.

 

Rundrumpfige Pferde haben einen größeren Darmlumen und sind daher später satt als andere, zusätzlich sind sie effiziente Verwerter. Ein rundrumpfiges Pferd ist erkennbar, wenn man sich davor stellt und einen Kopf, etwas Schulter und dann die Rippenbögen links und rechts sieht. Rundrumpfige Pferde sind nicht immer dick, aber sie treten häufiger auf als schmalrümpfige, wie beispielsweise Araber, wobei es auch hier rundrumpfige Exemplare gibt. Wir unterschieden zwischen Schmalrumpfig, Mittelrumpfig und Rundrumpfig.

 

Eine angepasste Fütterung, die über das Minimum hinausgeht und den tatsächlichen Bedarf jedes Pferdes abdeckt, ist entscheidend für dessen Gesundheit und Wohlbefinden. Es gilt, die optimale Balance der Raufutterzufuhr zu finden und dabei individuelle Faktoren einzubeziehen. 

 

Um das Gewicht eines adipösen Pferdes zu reduzieren, ist es nicht ratsam, die Heuzufuhr stark zu verringern. Stattdessen könnte eine ausgewogene Mischration, die neben Heu auch Stroh und Äste enthält, in Betracht gezogen werden. Während die Menge an Heu reduziert wird, können Stroh und Äste die benötigten Rohfasern liefern. Eine ausschließliche Reduktion von Heu könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit Verdauungsprobleme verursachen.

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